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Artikel: Lasergravieren: Möglichkeiten, Technologien und Materialien

Lasergravieren: Möglichkeiten, Technologien und Materialien

Lasergravieren: Möglichkeiten, Technologien und Materialien

Lasergravur ist nicht gleich Lasergravur. Je nach Lasertyp, Material und Anwendung unterscheiden sich die Ergebnisse erheblich. Wer verstehen will, was mit Lasergravur möglich ist und wo die Grenzen liegen, braucht ein Grundverständnis der drei gängigen Lasertypen: Diode, CO₂ und Faser. In diesem Artikel erklären wir die Unterschiede, zeigen, welche Materialien sich für welchen Laser eignen, und ordnen Vor- und Nachteile ein.

Was passiert beim Lasergravieren?

Beim Lasergravieren wird ein gebündelter Lichtstrahl auf eine Materialoberfläche fokussiert. Die Energie des Lasers erhitzt das Material punktgenau, sodass es verdampft, schmilzt oder sich verfärbt. Das Ergebnis ist eine dauerhafte Markierung, die nicht abblättert, verblasst oder abgewaschen werden kann.

Je nach Lasertyp und Einstellung kann graviert (Material abtragen), markiert (Oberfläche verfärben) oder geschnitten (Material durchtrennen) werden. Welcher Laser für welche Aufgabe der richtige ist, hängt vor allem von der Wellenlänge und Leistung ab.

Diode-Laser

Wellenlänge: Typisch 445 nm (blaues Licht) bei Hobby- und Einstiegsgeräten, seltener auch Infrarot-Dioden im Bereich 808 bis 980 nm.

So funktioniert er: Diodenlaser erzeugen den Laserstrahl direkt in einer Halbleiterdiode. Sie sind kompakt, energieeffizient und vergleichsweise günstig. Die optische Leistung liegt bei Einstiegsgeräten typisch zwischen 5 und 20 Watt.

Geeignete Materialien: Holz, Sperrholz, Bambus, Leder, Filz, Papier, Karton, Kork und viele Kunststoffe. Bei dunklen oder beschichteten Oberflächen auch begrenzt Metall (z. B. eloxiertes Aluminium oder mit Markierspray vorbehandelte Oberflächen).

Nicht geeignet für: Blankes, unbehandeltes Metall, Glas, Keramik, transparente Materialien. Auch das Schneiden dickerer Materialien (über ca. 5 bis 8 mm Holz) ist mit Diodenlasern nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.

Vorteile Nachteile
Günstiger Einstiegspreis Begrenzte Leistung
Kompakte Bauform Kein Schneiden dicker Materialien
Niedriger Energieverbrauch Blankes Metall und Glas nicht bearbeitbar
Einfache Bedienung und Wartung Bei harten Materialien mehrere Durchgänge nötig

Einordnung: Diodenlaser sind die richtige Wahl für Einsteiger, Hobbyisten und für Gravuren auf organischen Materialien. Für professionelle oder industrielle Anforderungen stoßen sie schnell an Grenzen.

CO₂-Laser

Wellenlänge: 9,3 oder 10,6 µm (Infrarot). Die Wellenlänge von 10,6 µm ist der verbreitetste Standard im CO₂-Bereich.

So funktioniert er: Im CO₂-Laser wird ein Gasgemisch (hauptsächlich CO₂, Stickstoff und Helium) elektrisch angeregt. Das Gas emittiert dabei Infrarotstrahlung, die über Spiegel gebündelt und auf das Werkstück fokussiert wird. Leistungsbereiche reichen von ca. 30 Watt bis über 150 Watt bei Werkstattgeräten.

Geeignete Materialien: Holz, Sperrholz, MDF, Acryl (PMMA), Leder, Filz, Textilien, Papier, Karton, Kork, Gummi, viele Kunststoffe, Glas (Oberflächengravur), Keramik (bedingt), Schiefer, beschichtete Metalle und eloxiertes Aluminium.

Nicht geeignet für: Blankes, unbehandeltes Metall. Die Wellenlänge von 10,6 µm wird von blanken Metalloberflächen größtenteils reflektiert, sodass kaum Energie ins Material eingebracht wird. Auch PVC darf nicht gelasert werden, da dabei giftiges Chlorgas entsteht.

Vorteile Nachteile
Breites Materialspektrum Höhere Anschaffungskosten als Diodenlaser
Gravieren und Schneiden möglich Größerer Platzbedarf, oft geschlossenes Gehäuse nötig
Hohe Geschwindigkeit und Präzision CO₂-Röhre hat begrenzte Lebensdauer (ca. 2.000 bis 10.000 Stunden je nach Typ)
Bewährte Technik, große Community Blanke Metalle nicht direkt bearbeitbar

Einordnung: Der CO₂-Laser ist der Allrounder unter den Lasertypen. Für Werkstätten, die mit verschiedenen Materialien arbeiten und sowohl gravieren als auch schneiden wollen, ist er oft die beste Wahl. Wir setzen bei NordLaserWerk für einen Großteil unserer Gravur- und Schneidarbeiten CO₂-Technik ein.

Faserlaser (Fiber Laser)

Wellenlänge: Typisch 1.064 nm (nahes Infrarot). Diese Wellenlänge wird von Metallen besonders gut absorbiert.

So funktioniert er: Beim Faserlaser wird das Laserlicht in einer dotierten Glasfaser erzeugt und verstärkt. Das Ergebnis ist ein extrem fokussierter Strahl mit sehr hoher Energiedichte. Leistungsbereiche für Gravur liegen typisch zwischen 20 und 100 Watt, für industrielles Schneiden deutlich höher.

Geeignete Materialien: Edelstahl, Aluminium, Kupfer, Messing, Titan, Gold, Silber und praktisch alle Metalle. Auch einige Kunststoffe und Keramiken lassen sich mit Faserlasern markieren.

Nicht geeignet für: Organische Materialien wie Holz, Leder, Papier oder Textilien. Die hohe Energiedichte bei 1.064 nm verbrennt diese Materialien unkontrolliert statt sie sauber zu gravieren. Auch transparente Materialien wie Glas oder klares Acryl sind für Faserlaser nicht geeignet.

Vorteile Nachteile
Hervorragende Ergebnisse auf Metall Hohe Anschaffungskosten
Sehr hohe Präzision und Geschwindigkeit Nicht geeignet für Holz, Leder und andere organische Materialien
Extrem lange Lebensdauer (oft über 100.000 Betriebsstunden) Höhere Anforderungen an Sicherheit (Laserschutzklasse 4)
Kaum Wartung und Verschleiß Für einfache Gravuren auf Holz oder Acryl überdimensioniert

Einordnung: Wer Metalle dauerhaft und präzise beschriften oder gravieren will, kommt am Faserlaser nicht vorbei. Für alle anderen Materialien ist er allerdings die falsche Wahl.

Lasertypen im direkten Vergleich

Eigenschaft Diode CO₂ Faser
Wellenlänge 445 nm 10,6 µm 1.064 nm
Holz / Leder Gut Sehr gut Nein
Acryl / Kunststoff Bedingt Sehr gut Eingeschränkt
Glas / Keramik Nein Bedingt Nein
Blankes Metall Nein Nein Sehr gut
Beschichtetes Metall Mit Spray Bedingt Sehr gut
Schneiden möglich Dünn Ja Metall
Anschaffungskosten €€ €€€
Beste Anwendung Hobby, einfache Gravur Werkstatt-Allrounder Metall-Spezialist

Was ist mit Lasergravur alles möglich?

Die Bandbreite an Anwendungen ist größer, als viele denken:

  • Personalisierte Geschenke: Gravuren auf Holz, Schiefer, Leder, Glas oder Metall
  • Industrielle Kennzeichnung: Seriennummern, Logos, QR-Codes auf Bauteilen
  • Schilder und Beschriftungen: Türschilder, Maschinenschilder, Inventarkennzeichnung
  • Schneiden von Materialien: Holzplatten, Acryl, Leder, Filz, Textilien
  • Fotogravuren: Fotos auf Holz, Schiefer oder Metall mit Halbton-Rasterung
  • Prototypen und Modellbau: Schnelle Fertigung von Zuschnitten und gravierten Teilen
  • Vereins- und Eventartikel: Pokale, Medaillen, Flaschenöffner, Untersetzer mit Logo
  • Kombinierte Prozesse: Gravur und Schnitt in einem Arbeitsgang, mehrstufige Bearbeitung

Vor- und Nachteile der Lasergravur im Überblick

Vorteile Nachteile
Höchste Präzision und Wiederholbarkeit Anschaffungskosten je nach Lasertyp und Leistung
Berührungsloses Verfahren, kein Werkzeugverschleiß Sicherheitsanforderungen: Schutzbrille, Absaugung, geschlossener Aufbau
Dauerhafte, abriebfeste Ergebnisse Nicht jedes Material ist ohne Vorbereitung geeignet
Vielseitige Materialien und Anwendungen Wartungskosten bei CO₂ (Röhre, Spiegel) und Faser (Kühlung)
Automatisierbar, reproduzierbar, serientauglich Einige Materialien (z. B. PVC) dürfen nicht gelasert werden

Wichtiger Sicherheitshinweis: Materialien wie PVC, Vinyl oder bestimmte Verbundwerkstoffe dürfen niemals gelasert werden. Beim Erhitzen von PVC entsteht Chlorgas, das gesundheitsschädlich ist und die Laseroptik beschädigt. Im Zweifelsfall vorher prüfen oder nachfragen.

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