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Artikel: 3D-Druck-Materialien im Vergleich: Welches Filament passt zu deinem Projekt?

3D-Druck-Materialien im Vergleich: Welches Filament passt zu deinem Projekt?

3D-Druck-Materialien im Vergleich: Welches Filament passt zu deinem Projekt?

PLA, PETG, ASA, TPU, Nylon: Wer zum ersten Mal ein Teil per 3D-Druck fertigen lassen will, steht schnell vor der Frage nach dem richtigen Material. Die Antwort hängt nicht vom Material selbst ab, sondern von deinem Einsatzzweck. Dieser Artikel hilft dir, die richtige Wahl zu treffen.

Warum das Material so wichtig ist

Beim 3D-Druck bestimmt das Material, was dein Teil kann und was nicht. Ein Gehäuse, das nur im Regal steht, braucht andere Eigenschaften als ein Ersatzteil, das täglich mechanischer Belastung ausgesetzt ist. Ein Teil für den Garten muss UV-Strahlung aushalten, ein Dichtungsring muss flexibel sein.

Die gute Nachricht: Für fast jede Anwendung gibt es ein passendes Material. Die Kunst liegt darin, das richtige zu wählen. Nicht das teuerste und nicht das billigste, sondern das, was zu deinem konkreten Einsatzzweck passt.

Hier sind die fünf Materialien, die wir bei NordLaserWerk am häufigsten einsetzen, mit ehrlicher Einschätzung, wofür sie sich eignen und wofür nicht.

PLA: Der Allrounder für den Einstieg

Was es ist: PLA (Polylactid) ist ein biobasierter Kunststoff, der aus Maisstärke oder Zuckerrohr hergestellt wird. Es ist das meistverwendete 3D-Druck-Material weltweit.

Wofür es sich eignet: PLA ist ideal für Prototypen, Modelle, Deko-Objekte, Gehäuse im Innenbereich und kreative Projekte. Die Oberfläche ist glatt, Details werden scharf abgebildet, und es ist in fast jeder Farbe verfügbar.

Wofür es sich nicht eignet: PLA wird bei Temperaturen ab ca. 55 bis 60 °C weich. Das heißt: Im Auto im Sommer, neben einer Heizung oder in einer Maschine, die Wärme erzeugt, verformt sich PLA. Auch mechanisch stark belastete Teile sind nicht die Stärke von PLA. Es ist eher steif als zäh und bricht bei Schlagbelastung relativ leicht.

Typische Projekte bei uns: Prototypen zum Testen einer Form, Gehäuse im Innenbereich, Modelle für Präsentationen, 3D-Buchstaben und Logos.

Fazit: Günstig, detailgetreu, schnell gedruckt. Perfekt, wenn das Teil nicht mechanisch oder thermisch belastet wird.

PETG: Der robuste Alltagsklassiker

Was es ist: PETG (Polyethylenterephthalat-Glycol) ist ein Kunststoff aus der gleichen Familie wie PET-Flaschen, aber durch den Glycol-Zusatz optimiert für den 3D-Druck. Es kombiniert die einfache Verarbeitung von PLA mit deutlich besserer Belastbarkeit.

Wofür es sich eignet: PETG ist die beste Wahl für Funktionsteile, die im Alltag beansprucht werden: Halterungen, Clips, Gehäuse, Ersatzteile für Haushaltsgeräte, Werkzeughalter. Es ist schlagfester als PLA, chemisch beständiger und hält Temperaturen bis ca. 75 bis 80 °C aus.

Wofür es sich nicht eignet: Für den dauerhaften Außeneinsatz in direkter Sonne ist PETG nur bedingt geeignet. Es hält UV-Strahlung besser stand als PLA, aber nicht so gut wie ASA. Für extrem hohe mechanische Dauerbelastung (Zahnräder, Gleitlager) gibt es mit Nylon eine bessere Option.

Typische Projekte bei uns: Ersatzteile für Küchengeräte, Halterungen für Werkstatt und Büro, Gehäuse für Sensoren und Elektronik, Verbinder und Adapter.

Fazit: Unser meistempfohlenes Material. Wenn du unsicher bist, ist PETG fast immer eine gute Wahl.

ASA: Der Outdoor-Spezialist

Was es ist: ASA (Acrylnitril-Styrol-Acrylat) ist der UV-beständige Verwandte des bekannten ABS-Kunststoffs. Es wurde speziell für Anwendungen entwickelt, die Witterung ausgesetzt sind.

Wofür es sich eignet: Alles, was draußen steht oder Sonnenlicht ausgesetzt ist: Halterungen im Garten, Fahrzeugteile, Gehäuse für Außensensoren, Abdeckungen im Freien. ASA vergilbt nicht durch UV-Strahlung und bleibt auch nach Monaten in der Sonne formstabil und farbecht. Dazu kommt eine hohe Temperaturbeständigkeit von bis zu 95 °C.

Wofür es sich nicht eignet: Bei starker punktueller Schlagbelastung kann ASA spröder reagieren als PETG. Für flexible Teile oder Teile, die sich biegen müssen, ist TPU die bessere Wahl. Preislich liegt ASA über PLA und PETG.

Typische Projekte bei uns: Gartengeräte-Halterungen, Kameragehäuse für den Außeneinsatz, Abdeckkappen für Fahrzeuge, Outdoor-Befestigungen.

Fazit: Wenn dein Teil draußen eingesetzt wird, ist ASA die erste Wahl. Für reine Innenanwendungen reicht in der Regel PETG.

TPU: Flexibel wie Gummi

Was es ist: TPU (Thermoplastisches Polyurethan) ist ein flexibles, gummiartiges Material. Je nach Härtegrad (gemessen in Shore-A) kann es weich wie ein Radiergummi oder fest wie eine Schuhsohle sein.

Wofür es sich eignet: Überall, wo Flexibilität gefragt ist: Dichtungen, Stoßdämpfer, Puffer, Schutzhüllen, vibrationsdämpfende Unterlagen, flexible Verbinder. TPU ist extrem abriebfest und hält auch wiederholtes Biegen aus, ohne zu brechen. Temperaturen bis ca. 80 °C sind kein Problem, je nach Formulierung auch mehr.

Wofür es sich nicht eignet: Für formstabile, steife Teile ist TPU nicht geeignet. Es federt zurück und gibt bei Belastung nach. Auch die Druckqualität ist bei sehr feinen Details etwas geringer als bei PLA oder PETG, weil das weiche Material anspruchsvoller zu verarbeiten ist.

Typische Projekte bei uns: Vibrationsdämpfer für Maschinen, Dichtungen und Manschetten, Schutzhüllen für Geräte, flexible Adapter und Kupplungen.

Fazit: Das einzige Material in dieser Liste, das sich biegen lässt. Wenn dein Teil flexibel sein muss, führt kein Weg an TPU vorbei.

Nylon (PA): Der Hochleistungskunststoff

Was es ist: Nylon, auch Polyamid (PA) genannt, ist ein technischer Kunststoff, der in der Industrie seit Jahrzehnten für hoch belastete Bauteile eingesetzt wird. Von Zahnrädern über Gleitlager bis zu Scharnierbauteilen.

Wofür es sich eignet: Für mechanisch stark beanspruchte Teile, die dauerhaft unter Last stehen: Zahnräder, Gleitlager, Scharniere, Führungen, Werkzeugteile. Nylon ist extrem zäh, von Natur aus selbstschmierend und sehr verschleißfest. Die Temperaturbeständigkeit liegt je nach Typ (PA6, PA12, PA-CF) zwischen 80 und 120 °C. In vielen Fällen kann ein 3D-gedrucktes Nylon-Teil ein Spritzgussteil ersetzen.

Wofür es sich nicht eignet: Nylon nimmt Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf, was zu leichten Maßänderungen führen kann (ca. 1 bis 2 % je nach Typ). Für rein optische Teile oder einfache Gehäuse ist es unnötig teuer. Auch der Druck ist anspruchsvoller und langsamer als bei PLA oder PETG.

Typische Projekte bei uns: Zahnräder für Maschinen, Gleitlager als Ersatzteil, Scharniere unter Dauerlast, hochbelastete Werkzeughalter, mechanische Bauteile als Spritzguss-Alternative.

Fazit: Das stärkste Material in unserem Sortiment. Wenn Belastbarkeit an erster Stelle steht, ist Nylon die Antwort.

Die Übersicht: Welches Material für welchen Zweck?

Eigenschaft PLA PETG ASA TPU Nylon
Festigkeit Mittel Hoch Hoch Niedrig Sehr hoch
Schlagfestigkeit Gering Gut Mittel Sehr gut Sehr gut
Temperatur ~55 °C ~80 °C ~95 °C ~80 °C 80 bis 120 °C
UV-Beständigkeit Schlecht Mittel Sehr gut Gut Mittel
Flexibilität Keine Gering Keine Sehr hoch Gering
Feuchtigkeit Nein Nein Nein Nein Ja
Preis €€ €€ €€ €€€
Bester Einsatz Prototypen, Deko Funktionsteile Outdoor Flexible Teile Hochlast

Du bist unsicher? Wir beraten dich.

Die Materialwahl muss nicht deine Aufgabe sein. Beschreib uns einfach, was dein Teil können muss: Wo wird es eingesetzt? Welche Belastung muss es aushalten? Wir empfehlen dir das passende Material und drucken auf Wunsch ein Musterteil.

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